TransParents - The Platform for Transformational Parenting

Elterliche Führung

Kinder als gleichwürdig zu respektieren und auf Lob und Strafe zu verzichten steht nicht im Widerspruch zu elterlicher Führung.

Sie ist nur anders konnotiert und bedeutet anstatt Autorität und Direktivität die Übernahme der Verantwortung für die Qualität der Beziehung und des Raumes, zwischen Kindern und Erwachsenen. In so einem Verständnis wachsen wir als Gesellschaft vom Verständnis einer autoritären Führung in ein authentisches und dynamisches Sich-Beziehen auf das Kind.

Das erfordert einige Kompetenzen bei den Erwachsenen, die in der Regel Ausbildung und Training bedürfen:

Ein echtes Erwachsensein, was sich als erstes auf die Fähigkeit bezieht, jenseits der eigenen Bedürfnisse und Sehnüschte voll im Dienst für ein anderes Wesen zu stehen und für es zu sorgen ohne die eigenen Bedürfnisse zu negieren.

Weiter impliziert Erwachsensein das Bewusstsein um die eigenen Schatten, prägenden Glaubenssätze und ungelebten Gefühle der persönlichen Vergangenheit und die Verantwortung und Bereitschaft, sich diesen zuzuwenden und sich um sie kümmern.

Wir können als Erwachsene z. B. nur dann eine bezogene Führung einnehmen, wenn uns die oftmals sehr heftigen Gefühle der Kinder nicht Angst machen bzw. wir sie ablehnen. Sonst greifen wir unweigerlich entweder zu starrer Autorität oder haben Angst, überhaupt Grenzen zu setzen. (was zu einer Laisser faire Pädagogik führt). Führung im neuen Paradigma bedarf aber unsere Empathiefähigkeit: Beim Setzen einer Grenze ebenso wie für das Verständnis, wann es anstatt einer Grenze vielmehr um die Verbindung zum Kind geht.

Ausserdem wissen wir als Erwachsene um die kindlichen Verhaltensmuster und kennen ihre ebenso wie unsere Vermeidungsstrategien. Drückt ein Kind sein authentisches Bedürfnis aus oder drückt es ein Ersatzbedürfnis aus, welches es gelernt hat, um zu seinem echten Bedürfnis wie z.B. das Bedürfnis nach Liebe, Wahrnehmung oder Geborgenheit zu gelangen?

Grenzen werden nicht aus einer Erziehungsidee oder Konzept heraus gesetzt, sondern dynamisch und bezogen. Sie sollen immer lebensprozessförderlich sein; das heißt, sie dienen dem Leben. Grenzen stehen für den Schutz des Lebens und für das Hineinwachsen in eine Kultur. Grenzen sollen jedoch weder den autonomen Ausdruck des Kindes verhindern, noch seine innere Würde verletzen. Braucht ein autonomer Ausdruck eine Grenze, versuchen wir, dem Kind eine andere Möglichkeit zu geben, seinen authentischen Impuls auszudrücken.

Wenn wir Kinder so begleiten, brauchen sie immer weniger von aussen gesetzte Grenzen, weil ihr System die Grenzen selber zu übernehmen beginnt. Jugendliche ab 14 Jahren brauchen, wenn sie gesund aufwachsen konnten, keine Grenzen mehr. Sie haben die lebensförderlichen Grenzen verinnerlicht und wenn sie in schwierigen Momenten sind, brauchen sie den Austausch mit uns und allenfalls unsere Meinung anstatt Erziehungsmaßnahmen.

Impressum